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Fortbildung Rettungsfähigkeit


Wenn Lehrerinnen und Lehrer zu Meerjungfrauen und Wassermännern mutieren - Ein Bericht über die Rettungsfähigkeit einiger mutiger Kolleginnen und Kollegen der GMS!
 

Bei der Hallenbad-Belegungssitzung am 08. Juli 2015 hat das Amt für Bildung, Familie und Sport die Überprüfung der Rettungsfähigkeit aller Schwimmsportlehrer/innen durch die DLRG angeboten. Die Sicherheit im Schwimmen im Sinne der Wasserrettung erfordert eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit.

Diese erfüllt eine Aufsichtsperson dann, wenn sie in dem Schwimmbecken, in dem der Unterricht stattfindet, eine verunglückte Person unter den höchsten Stressbedingungen:

 

... an jeder Stelle aus jeder Tiefe des Schwimmbeckens an die Wasseroberfläche bringen kann,

... mit dem Gesicht über Wasser an den Beckenrand transportieren/schleppen kann,

... notfalls alleine aus dem Wasser an Land bringen kann,

... diese sicher außerhalb des Wassers ablegen kann,

... lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen kann,

... das Absetzen des Notrufes beherrscht.

Mal von der „Stressbedingung“ abgesehen, dass sich am 9. November 2015 alle Schwimmlehrer sowie freiwillige(!) Kolleginnen und Kollegen in Badebekleidung vor einander zeigen sollten, waren uns die oben genannten Bedingungen der Rettungsfähigkeit spätestens seit dem Silbernen/Goldenen Abzeichen zu Zeiten des Sportstudiums klar. Wie lange dieses Studium bei manchen von uns zurückliegt, sei einmal dahin gestellt - Pamela Anderson, Mitch Buchannon und die Rettungsschwimmer von Malibu waren jedenfalls scheinbar zu diesem Zeitpunkt noch aktuell... Möglicherweise war auch die körperliche Leistungsfähigkeit des einen oder anderen Kollegen zur damaligen Zeit noch etwas höher. Es hielt jedoch keinen davon ab, bei dieser Veranstaltung sein BESTES zu geben!

So tasteten wir Frauen uns also wagemutig in hautengen, gummiähnlichen Badeanzügen durch die Umkleiden und Duschräume des Friedrichshafener Hallenbads, um im großen Becken bereits eine planschende Horde wildgewordener Wassermänner vorzufinden, die ihre Fähigkeiten im Kopfspringen vom Ein-Meter-Brett unter Beweis stellen wollten. Gerötete Rückenflächen und andere Körperteile konnten selbst durch starke Körperbehaarung unserer lieben männlichen Kollegen nicht gänzlich vermieden werden. Ein bewunderndes „Ooooooh“ oder „Wooooow“ seitens der Kolleginnen veranlasste die Männer zu noch waghalsigeren Sprüngen, bis unsere geschätzte DLRG-Fachfrau und Kollegin Charly (Sandra Charles) die Fortbildung offiziell eröffnete, das wilde Springen unterband und uns einige Bahnen einschwimmen ließ. So blieb nicht viel Zeit zur „Fleischbeschau“ und wir Frauen hüpften selbstbewusst den Leichtmatrosen hinterher und schlugen uns wacker. Ob Brust-, Kraul- oder Delphinschwimmstil – noch hatten wir ausreichend Kraft unser Können unter Beweis zu stellen...

Aber in dieser schulinternen Fortbildung sollte ja die Rettungsfähigkeit und nicht der Schwimmstil im Vordergrund stehen und so blieben die „Disziplinen“ Abschleppen, Tief- und Weittauchen, an Land bringen und ablegen nicht aus. Wir Kollegen entwickelten schnell einen Ehrgeiz einmal in die Retter- oder Opfer-Rolle zu schlüpfen und legten sämtliche Berührungsängste spätestens beim gegenseitigen „Umklammern“ und „Abschleppen“ ab, was ein Bild der Harmonie und liebevollen Kooperation bei den noch anwesenden Badegästen und Bademeistern über uns auslösen musste. Wir übten eifrig unsere Fähigkeiten im Transportschwimmen und in der Befreiung aus Halsumklammerung und Halswürgegriff, wobei beide Partner in Kleidung im Wechsel mit Achsel- und Schleppgriff durchs Becken manövriert wurden. Na gut, vielleicht scheint das auch ein Bild von Mitleid bei den anderen Badegästen auszulösen, denn nicht jeder Kollege erwischte ein „leichtes“ Opfer und manche hatten zudem noch mit dem orangefarbenen Alcatraz-ähnlichen Sträflingsanzug zu kämpfen. Dennoch konnten wir gar nicht genug kriegen vom Retten und gerettet werden und das 300 m Schwimmen in Kleidung mit anschließendem Entkleiden im Wasser war immer noch keine Schwierigkeit für die Badenixen und Kugelfische der GMS! Selbst das 25 m Streckentauchen sowie das Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines 5-kg-Tauchrings ließ uns lediglich ein wenig außer Puste kommen. Möglicherweise lag es an der gegenseitigen Motivation oder am Zuspruch unserer Nixe Charly, weshalb wir nach insgesamt drei Stunden im Wasser völlig entzückt und beschwingt nach Hause gingen. Jedenfalls hatten wir eine wundervolle Zeit, jede Menge Spaß und dabei noch lebensrettende Maßnahmen gelernt! Wir sind stolz auf UNS und vor allem auf unseren Coach Sandra – DANKE für deinen Einsatz, deine Geduld, Energie und Ausdauer!

 

Die Meerjungfrauen: Birgitta Schirmer, Alexandra Gretscher, Eva Bielak, Stefanie Bestler, Linda Keller

Die Wassermänner: Markus Stürzenhofecker, Florian Mack, Oliver Dentler, Jochen Metz, Thomas Schwiderski, Frank Loy