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Die meisten wissen, was sie später tun wollen

Friedrichshafen im April, die Sonne scheint, die Graf-Soden-Realschüler sind erleichtert: die Deutschprüfung ist geschafft und Schulleiterin Iris Engelmann gibt ein Eis aus.

Friedrichshafen sz Die Prüfungen an den Realschulen haben begonnen. 112 Schüler haben an der Graf-Soden-Realschule ihre Deutscharbeit geschrieben. Am Freitag folgen noch Mathematik und am Dienstag Englisch.

Mittlere Reife, mittlerer Bildungsabschluss oder Realschulabschluss – gleich, wie man es nennt, es bedeutet für die Schüler der Häfler Realschule das Gleiche: die Schule endet mit den Prüfungen.

Am Mittwoch wurde Deutsch geschrieben. Zur Wahl standen eine Gedichtanalyse vonHeinz Erhardt mit dem Titel „Schule“, eine Textanalyse über die Geschichte Anette Rauerts „Der Schritt zurück“, ein Textkompendium zum Thema „Das Glück in der Fremde suchen: Gehen oder bleiben?“ oder die Analyse eines Dialoges über den Inhalt des Romans „Running Man“. Letzteres wurde von vielen Schülern gewählt, „weil es irgendwie am einfachsten war“, sagt Schülerin Priscilla Ogundipe. Sie meint, dass es nicht so schlimm war, wie sie es erwartet hätte und auch Mirijam Maile habe „geschrieben bis zur Sehnenscheidenentzündung“.

Auch Leon Topp hatte sich für den Dialog entschieden und fand ebenfalls, dass es von den vier Prüfungs-Aufgaben die Beste gewesen sein. „Das Kompendium mit dem Thema „Gehen oder bleiben – Das Glück in der Fremde suchen“ fand ich unglaublich komplex“. Ebenfalls gemeinsam haben die Schüler, dass sie schon alle wissen, wie es nach der Schule weiter gehen wird.

Viele wollen noch das Abitur machen, ein anderer hat bereits einen Vertrag für die Goldschmiedeschule in Pforzheim oder sie beginnen eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker, besuchen das Berufskolleg oder machen erst einmal ein freiwilliges soziales Jahr.

Ein beruhigendes Gefühl zu wissen, was nach dem Realschulabschluss kommt, meinen sie, aber auch erleichtert, die erste schriftliche Hürde geschafft zu haben. Das Angstfach „Mathe“, wie sie es nennen, muss noch überstanden werden. Am Dienstag kommender Woche folgt dann noch Englisch.

Eine mündliche Sprachprüfung, die sogenannte Eurokom, hatten die Schüler bereits. Sie und die schriftliche Englischprüfung werden jeweils zu 25 Prozent gewertet, weitere fünfzig Prozent setzen sich aus der Jahresleistung zusammen. Geschrieben werden die Prüfungen in den T-Shirts der Abschlussklassen. Die versprechen „dass wir voll Laser abgehen“ oder mit dem Slogan „Heute Abschluss, morgen Freeman“ schon auf die Zukunft vorbereiten.

Doch zunächst müssen die Prüfungen abgeschlossen werden, auf die die Schüler nach ihrer Aussage übrigens gut vorbereitet wurden oder um es mit den Worten Heinz Erhard zu sagen: „Die Schule ist, das weiß man ja, in erster Linie dazu da, den Guten wie den Bösewichtern, den Lehrstoff quasi einzutrichtern“ (aus seinem Gedicht „Schule“).

Lydia Schäfer       erschienen am 23.04.15 in der SchwäZ