Developed in conjunction with Eco-Joom.com

Häkeln für die Seniorenbank

Achtklässler der Graf-Soden-Schule lernen bei Bewohnern des Paulinenstifts traditionelle Handarbeit
 
Ein reges Treiben herrscht in der Cafeteria des Königin-Paulinenstift. Auf den Tischen steht Kaffee, Kuchen und allerlei Knabberei. Am Donnerstag fanden sich die Schüler der 8. Klasse der Graf-Soden-Schule hier im Altenpflegeheim ein, um von den findigen Bewohnern das Stricken und Häkeln zu lernen. „Diese älteren Kompetenzen kommen in letzter Zeit ja wieder in die Mode. Da hatten wir die Idee, uns mit Bewohnern des Paulinenstifts zusammen zu setzen und Jung von Alt lernen zu lassen“, erzählt die Lehrerin der Klasse, Inge Eberhardt. Die jungen Leute gehören zur sogenannten MuM-Klasse, wobei MuM für das Unterrichtsfach „Mensch und Umwelt” steht. Im Lehrplan stehen Ernährungslehre und Kochen, aber eben auch Stricken oder Häkeln.
Die Graf-Soden-Schule und das Königin-Paulinenstift kooperieren schon seit längerem miteinander. Angefangen hat das Ganze mit dem gemeinsamen Backen und Kochen, aber auch die ersten Treffen zum Stricken und Häkeln liegen schon ein wenig zurück. „Ich glaube, vor etwa zwei Jahren sind die ersten Schüler zum Handarbeiten gekommen”, berichtet Elke Meyer, Krankenschwester im Paulinenstift. Die 60-Jährige kümmert sich ehrenamtlich mit zwei Kolleginnen, Silvia Steur und Marietta Mösle, um die Strickgruppe. „Das ist alles spontan entstanden. Eine Kollegin hat einfach mal Material besorgt und dann alle Interessenten eingeladen”, erzählt sie fröhlich.
 
Die ganze Aktion kommt sowohl bei den Schülern als auch bei den Bewohnern des Stifts gut an. „Ich finde das ganz toll. Ich stricke und häkele gerne”, sagt Uschi Himmel, während sie versucht, einer Schülerin die richtige Reihenfolge der Handgriffe beizubringen. „Ich mache das heute zum ersten Mal mit. Aber ich bin sehr überzeugt”, ergänzt die 76-Jährige. Auch die 13-jährige Josephine ist angetan: „Ich finde es überraschend, wie gut man zusammenarbeiten kann. Es macht viel Spaß.”
 
Jamin Schneider/ erschienen im Südkurier 10.11.14
 
Für die Hilfe beim Erlernen neuer Fähigkeiten bedankten sich die Achtklässler mit einer „Guerilla-Knitting”-Aktion. Das Guerilla-Knitting ist eine ursprünglich aus Mexiko stammende Straßenkunst, bei der Gegenstände des öffentlichen Raums durch Strickereien aufgewertet werden. Die Schüler der Graf-Soden-Schule ließen nach diesem Vorbild ihrer Kreativität freien Lauf und werteten die Sitzbänke des Königin-Paulinenstifts künstlerisch mit den fertigen Strickwaren auf. „Die Bänke zu beziehen ist eine super Idee. So sind die jetzt schön warm und nicht mehr so hart”, freut sich Uschi Himmel.