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Intern. Kooperationen

Lehrerin aus Pune (Indien) hospitiert an der Graf Soden

Drei Wochen lang war Anjali Pradeep Joshi, Deutschlehrerin aus Pune in Indien, zu Gast an der Gemeinschaftsschule Graf Soden (GGS). In dieser Zeit brachte sie ihr Heimatland, das Leben, aber auch die Probleme dort, vielen Schülern näher.

Das Leben in ihrer Heimatstadt, an ihrer Schule, aber auch Themen über die hinduistische Religion, die Stellung der Frau in Indien, die Bedeutung des Kastensystems heute, dies alles stellte sie in verschiedenen Klassen vor und vermittelte damit den Schülern der GGS Kenntnisse über Indien aus erster Hand. Wie wichtig solche Kenntnisse gerade für Schüler in Friedrichshafen sind, zeigte eine zufällige Begegnung auf der Uferpromenade mit drei Gästen aus Indien und, der Zufall will es, ebenfalls aus Pune. Was dies mit den Schülern aus Friedrichshafen zu tun hat, wurde im Laufe des darauffolgenden Gesprächs deutlich. Wie viele andere deutsche und internationale Firmen ist auch die MTU auf dem indischen Subkontinent vertreten, waren diese jungen Ingenieure und IT-Spezialisten zur Weiterbildung hier in Friedrichshafen in der MTU, wurde deutlich, wie eng die hiesigen Unternehmen international verflochten sind.

Die Schüler der GGS mit den sprachlichen, aber vor allem mit den entsprechenden interkulturellen Kompetenzen zu auszustatten, ist eine der wichtigsten Aufgaben der GGS, vor allem vor dem Hintergrund einer globalen arbeitenden Industrie, die gerade hier in Friedrichshafen von Bedeutung ist. Den Schülern der GGS hat Anjali Joshi neue Einblicke in das Leben ihres Landes gezeigt, ihnen das Leben in Indien nahe gebracht. Sie, ist inzwischen wieder nach Pune zurückgekehrt, kann nun ihren Schülern und Studenten ein reales Bild vom Leben in Deutschland, aber vor allem am Bodensee vermitteln, denn einige ihrer Schüler werden vielleicht bald bei der MTU in Pune arbeiten, einige der Schüler aus Friedrichshafen aber auch bald in engem Kontakt mit den Kollegen aus Indien stehen. Ihr Fazit dieser drei Wochen: „Ich habe sehr viel gelernt und will dieses Wissen an meine Schüler weitergeben!“

Polozk (Weißrussland)

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Friedrichshafen und der weißrussischen Stadt Polozk ist die GSR seit 1998 federführend im Schüleraustausch. In fast jährlichem Wechsel wurden Begegnungen organisiert, besuchten mehrere hundert Schüler aus Friedrichshafen, der Großteil davon von der GSR, die Partnerstadt und empfingen ihre weißrussischen Gäste hier. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Begegnungen als Projektarbeit konzipiert waren. Themen wie Umwelt, unser Wasser, das Leben der behinderten Menschen in der jeweiligen Gesellschaft wurden gemeinsam erarbeitet. Ein anderer Aspekt war die Begegnung von Lehrern aus beiden Städten. Insgesamt vier Mal (2000/2002/2008/2013) konnten sich bisher Pädagogen über die unterschiedlichen Bildungssysteme in beiden Ländern informieren, auch hier kam die Mehrzahl der Teilnehmer von der GSR. Seit 2004 sind die Schule No.16 in Polozk und die GSR offizielle Partnerschulen im Rahmen der Städtepartnerschaft.

Czestochowa (Polen)

Im Rahmen der Kreispartnerschaft zwischen dem Bodenseekreis und dem Kreis Tschenstochau ist die GSR seit 2000 aktiv. Mehrere gemeinsame Schullandheimaufenthalte mit der Patenschule Gymnasium Witkowice in Zloty Potok (Schlesischer Jura) und in Seebrugg (Schwarzwald) der Klassen 8 führten zu einem besseren Verständnis der Jugendlichen aus beiden Ländern.

Kreisau (Polen)

Eine Besonderheit bildete die trinationale Begegnung in der Jugendbildungsstätte Kreisau zusammen mit dem Gymnasium Witkowice, der Schule No. 16 aus Belarus und der GSR mit dem Thema „Interkulturelle Kompetenzen – Toleranz in Europa“ im Jahre 2011. Für 2014 sind die Planungen eines weiteren trinationalen Seminars in Kreisau mit den gleichen Partnern bereits schon weit fortgeschritten.

Schulen als Partner der Zukunft (PASCH)

Im Rahmen dieses Programms des deutschen Außenministeriums bietet die GSR Deutschlehrkräften aus der ganzen Welt die Möglichkeit der Hospitation jeweils im November. Gäste an der GSR kamen bisher aus Belarus (2008) und Bulgarien (2012) und in diesem Jahr wird ein Kollege aus Thailand vom 10. bis 30. November Gast an der GSR sein. Außerdem arbeitet die GSR mit dem Valsts Gymnasium in Daugavpils (Lettland) zusammen. So wird in diesem Jahr das Projekt „Migration im 21. Jahrhundert – Fluch oder Segen?“ durchgeführt. Die Arbeit in Friedrichshafen fand vom 10. bis 17. Juni statt, der Projektabschluss wird in Lettland vom 24. bis 31. Oktober sein. Eine weitere Kooperation ist mit einer Schule in Almaty (Kasachstan) geplant. Kontakte mir der Deutschlehrerin sowie dem dort

eTwinning

Ein erstes eTwinning-Projekt der Europäischen Union „Colourful Cultures“, das 2011 mit der Theodor-Goldschmidt-Realschule Essen, dem Manor College of Technology (Hartlepool/UK), der Scuola Secondaria di 1° Grado „R. Monterisi“ (Bisceglie/ Italien) und dem Erzincan Lisesi (Erzincan/Türkei) stattfand wurde vom PAD mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet. Für 2014 ist ein weiteres Projekt mit dem Istituto Comprensivo Sant'Antonino di Susa in Italien (Region Piemont) in Vorbereitung.

Europa macht Schule

In Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz wird DAAD-Studenten alljährlich die Möglichkeit geboten, ihr Land einer Klasse an der GSR vorzustellen. Bisher hatten Studenten aus Estland, Bulgarien, Spanien, Polen und der Ukraine Gelegenheit dazu.

COMENIUS

Ein Schwerpunkt der internationalen Kooperation ist in der GSR die Projektarbeit im Rahmen des COMENIUS-Programms der EU. Seit 2000 wurden mit verschiedenen Partnern folgende Projekte durchgeführt:

2000 – 2004: „Entwicklung, Herstellung und Vertrieb einer europäischen Schülerzeitung“ mit den Partnern Kreenholmi Kool, Narva, Estland; 1. Gymnasium Daugavpils, Daugavpils, Lettland; Gymnasium Witkowice, Klomnice, Polen

2005 – 2008: „Small communities building a large Europe“ mit den Partnern: DAUGAVPILS VIENIBAS PAMATSKOLA, Daugavpils, Lettland; IES CANCILLER AYALAGREGORIO MARAŇON BMI, Llaudio/ Bilbao, Spanien; ULUS ÖZEL MUSEVI 1. KARMA ANA VE ILKÖĞRETIM OKULU, die jüdische Schule in Sisli/Istanbul, Türkei

2009 – 2011: „Young and Old living together“ mit den Partnern Zespol Szkol Witkowicach, Gimnazjum Witkowicach, Klomnice, Polen; Daugavpils Valsts Gimnāzija, Daugavpils, Lettland; Özel Fethiye ATA İlköğretim Okulu, Fethiye, Türkei

Außerdem konnten im Rahmen dieses Programms bisher zwei junge Kolleginnen als Assistenzlehrkräfte an der GSR tätig werden. 2010–2011 Liene Pucite aus Lettland, 2012–2013 Natali Lapa aus Polen.

Andererseits nahmen auch Kollegen von der GSR an Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen von COMENIUS teil: 2012 in Dublin, 2013 in Scarborough, Malta und beantragt ist 2014 in Edinburgh. Außerdem werden alljährliche Fortbildungen für Kollegen im Rahmen von COMENIUS durch einen an der Schule tätigen COMENIUS-Moderator angeboten.

Werner Dietsche