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Compassion

Compassion –Soziale Verantwortung lernen

Ein erlebnisbezogenes, handlungsorientiertes Bildungskonzept

Schule soll auf das Leben vorbereiten und sie leistet dies auch in vieler Hinsicht. Die Eigenart der Schule bringt es mit sich, dass über „das Leben“ und über „den Menschen“ gesprochen wird, die konkrete Erfahrung aber kaum vermittelt werden kann. Viele Lebensbereiche verschwinden aus dem Blickfeld von Schülern und Schülerinnen, so z.B. die Welt der Kinder und die Situation alter, kranker oder behinderter Menschen, die in unserer Gesellschaft keinen Platz finden. Damit schwindet die Fähigkeit, sich in die Situation dieser Menschen einzufühlen.

Die Entwicklung sozialer Kompetenzen, d.h. die Entwicklung des Menschen in der Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen, ist ein hervorragendes Bildungsziel der Bildungsplanreform. Besondere Herausforderungen ergeben sich für jeden Jugendlichen in der Begegnung mit schwachen, alten, bedürftigen oder behinderten Menschen. Wenn man die gegenwärtige Situation der Gesellschaft charakterisieren will, dann wird man die seit einigen Jahren zunehmende Individualisierung nennen müssen, die zu einer Vernachlässigung sozialverpflichteter Handlungsweisen geführt hat. Ziel von Compassion ist es darum, die Not und das Leid hilfsbedürftiger Mitmenschen wahrzunehmen (Erkenntnis und Einsicht), die Bedeutung eigener karitativer Dienstleistungen unter dem Aspekt von Sozialverpflichtung zu reflektieren (Werturteilsfähigkeit) und die persönlichen Möglichkeiten und Grenzen des Dienstes am Mitmenschen unter dem Aspekt von Selbstverpflichtung, d.h. persönlicher Entscheidung, einzuschätzen (Handlungsdispositionen).

Die soziale Orientierung des eigenen Handelns soll durch eine handlungsorientierte Lernsituation erfolgen, nämlich durch eine soziale Tätigkeit in einer sozial-karitativen Institution außerhalb der Schulmauern (z.B. Altersheim, Behindertenwerkstatt, Obdachlosenheim, …). (Auszug aus dem Bildungsplan 2004).

„COMPASSION“, d.h. Mitfühlen, das zum Handeln treibt! Entscheidend für sinnvolles Leben ist aber nicht das Wissen, sondern die Gestaltung des Lebens gemeinsam mit anderen Menschen.

Was hier kurz umrissen ist, kann nur auf dem Weg des Tuns gelernt werden. Deshalb führen wir in der Klassenstufe 9, zusätzlich zum Berufsfindungspraktikum BORS, ein Projekt „COMPASSION“ (= Sozialpraktikum) durch. Die Schüler und Schülerinnen sollen für fünf Tage in einer sozialen Einrichtung mitarbeiten.

Mit dem Sozialpraktikum verbinden wir folgende Ziele:

• Die Schülerinnen und Schüler sollen das Leben von alten, kranken und behinderten Menschen, von Flüchtlingen, Obdachlosen, psychisch kranken oder von süchtigen z.B.    alkoholkranken Menschen besser kennen und verstehen lernen.

• Sie sollen Gelegenheit erhalten, sich selbst in der Begegnung mit diesen Menschen besser kennen zu lernen.

• Sie sollen erkennen, wie wichtig soziale Einrichtungen für unsere Gesellschaft sind.

• Die Erfahrungen des Praktikums sollen ihnen als Hilfe zur Wertorientierung und Persönlichkeitsentwicklung dienen.

• Die Schüler/innen sollen ihre Erfahrungen in einer Jahresarbeit/ Präsentation in Religion/Ethik festhalten. Im Unterricht findet eine einleitende Einführung und anschließende Auswertung statt.

• Das Praktikum dient zunächst nicht der Berufsfindung. Wenn es zusätzlich zur Klärung eines Berufswunsches beiträgt, ist dies natürlich zu begrüßen.

Die Schüler/innen sollen für 5 Tage in einer sozialen Einrichtung hospitieren (z.B. Krankenhaus, Alten- und Pflegeheim, Sozialstation, Obdachlosenheim, Behindertenwerkstätte oder -wohnheim, Suchtberatung, „Streetworker“, Bahnhofsmission, Psychiatrie, ...). Sie arbeiten soweit möglich und sinnvoll mit. Dies bedeutet u.a., dass ihre Arbeitszeiten sich nach den in der betreffenden Einrichtung üblichen Dienstzeiten richten (z.B. Schichtdienst, Nachmittags- und Abenddienst,...).

Soziales Lernen ist ein integraler Bestandteil des Schulcurriculums der GSR, das in der Klassenstufe 5 beginnt und dessen Abschluss das einwöchige Sozialpraktikum in den Klassen 9 darstellt. Ein Kernelement des Sozialcurriculums ist die Partnerschaft mit dem Alten- und Pflegeheim „Königin-Paulinenstift“. Begegnungen mit den älteren Menschen, singen, vorlesen, spielen, Waffelbacken, Besuch des Christkindlmarktes, Gestaltung von Adventsfeiern usw. gehören zu den regelmäßigen Aktivitäten.

Für dieses vorbildliche Engagement wurde die GSR von Landrat Tann mit dem „Förderpreis für ehrenamtliches Engagement im Bodenseekreis“ ausgezeichnet.

Download Sozialcurriculum GSR